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Lebensversicherungsfonds in wirtschaftlichen Turbulenzen

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News | 07.09.2011

Lebensversicherungsfonds in wirtschaftlichen Turbulenzen

Lebensversicherungsfonds kaufen gebrauchte Lebensversicherungspolicen. Möchte sich ein Versicherungsnehmer vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Laufzeit von seiner Lebensversicherung trennen, so muss er bei einer regulären Kündigung mitunter hohe Abschläge vom seinem bereits angesparten Kapital in Kauf nehmen. Um dies zu vermeiden, kann der Versicherungsnehmer seine Versicherungspolice auch an eine Fondsgesellschaft verkaufen. In der Folge tritt die Fondsgesellschaft dann an die Stelle des Versicherungsnehmers, kommt für die Prämienzahlungen auf und vereinnahmt schließlich auch die Versicherungsleistung. Der Versicherungsnehmer kann auf diesem Wege schnell an Liquidität gelangen und seine Einbußen sind geringer als bei einer vorzeitigen Kündigung der Police.

Spezifische Risiken bei US- amerikanischen Lebensversicherungsfonds
Neben den allgemeinen Risiken, die mit der Investition in Anlagen des sog. grauen Kapitalmarkts einhergehen, treten gerade bei US- amerikanischen Lebensversicherungsfonds zusätzlich spezifische Risiken hinzu.

Bei US-amerikanischen Lebensversicherungen ist nämlich das frühzeitige Ableben des Versicherungsnehmers Voraussetzung für eine hohe Rendite des Fonds. Denn US-amerikanische Lebensversicherungen erbringen ihre Ablaufleistung regelmäßig nicht nach einer festen Laufzeit, sondern erst mit dem Tode des Versicherten. Bei US-amerikanischen Lebensversicherungsfonds ist die Rendite abhängig von der Differenz zwischen Versicherungssumme dem für die Police zu entrichtenden Kaufpreis ist. Da nach Erwerb der Police der Fonds für die Beitragsprämien aufzukommen hat, ist dessen Rendite natürlich umso höher, desto eher der Versicherungsnehmer verstirbt und die Versicherungsleistung fällig wird.

Hier liegt allerdings das zentrale Problem: Versicherungsmathematiker haben die Lebensdauer der Versicherten in ihren Berechnungen zu niedrig angesetzt. Die steigende Lebenserwartung der Versicherungsnehmer trägt damit erheblich zur wirtschaftlichen Schieflage der Fonds bei, welche wesentlich länger Versicherungsprämien zahlen müssen. Dies führt im Ergebnis zur Kürzung der Fondsausschüttungen, im schlechtesten Fall müssen diese auch ganz ausgesetzt werden.

Aktuelle Situation
Anfang des Jahres waren vor allem Lebensversicherungsfonds des Emissionshauses Berlin Atlantic Capital (BAC) in den Medien: Eine Vielzahl der Gesellschaften der BAC haben ihre Lebensversicherungspolicen in dem Lebensversicherungspolicenpool LTAP Life Trust Asset Pool LLLP gebündelt, in den die Fonds investiert haben. Die LTAP sollte Policen kaufen und halten, wozu LTAP das Kapital der Fonds nutzte und zusätzlich einen Kredit bei der Bank Wells Fargo aufnahm. Dieses Darlehen wurde auch zur Bedienung der laufenden Prämienzahlungen verwendet.
Nach Problemen mit der kreditgebenden Bank Wells Fargo stellte LTAP in den USA einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11. Hierbei handelt es sich um eine beaufsichtigte Insolvenz des Unternehmens. Ob nach Abschluss dieses Verfahrens jedoch noch etwas vom ursprünglichen Kapital der Fondsgesellschafter vorhanden sein wird, kann aktuell nicht beurteilt werden.

Entscheidung aufgeschoben
Nachdem die Entscheidung über die Eröffnung des Verfahrens nach Chapter 11 bereits im Februar 2011 gefällt werden sollte, schob das Gericht die Entscheidung zunächst auf. Würde das Verfahren nach Chapter 11 eröffnet, würde das für die Anleger wohl einen Totalverlust des investierten Geldes bedeuten.

Chancen für Anleger
Anleger, die eine Beteiligung an einem solchen Lebensversicherungsfonds gezeichnet haben, wurde diese häufig als sichere und risikolose Kapitalanlage verkauft. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Daneben wurden die Anleger regelmäßig auch nicht über die für die erfolgreiche Vermittlung in Aussicht gestellten Provisionen aufgeklärt. Anleger sollten daher nicht zögern und sich für die Überprüfung möglicher Schadensersatzansprüche an einen auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt wenden. Noch Fragen? Gerne stehen wir Ihnen mit unserem Team zur Verfügung!